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Klimaziele in Gefahr - Teil II


Eintrag vom: 28.12.2015
Braunkohleverstromung - im Schatten der Energiewende

Die schmutzigsten Kraftwerke in Deutschland?

Schon vor Veröffentlichung der Zahlen durch das UBA titelte die Süddeutsche Zeitung vom 01. April 2015, „Europas schmutzigste Kraftwerke stehen in Deutschland“- und das war trotz des Datums kein Aprilscherz. Zudem bestätigt auch SZ - Autor Jan Willmroth, daß der Kohlendioxid - Ausstoß in Deutschland „2014 erstmals wieder dank des milden Winters sank“.Zwar weicht die Darstellung der SZ, welche das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde als „schmutzigstes in ganz Europa“ bezeichnet, von den Angaben des Washingtoner ThinkTanks CGD (Center for Global Development) ab, welches das Kraftwerk Niederaußern der höchsten CO2 - Emissionen bezichtigt - aber traurigerweise stehen beide Kraftwerke in Deutschland, egal, welches den unrühmlichen Titel der größten Dreckschleuder trägt! Autor Willmroth setzt im gleichen Beitrag vom 01. April sogar noch nach und stellt fest, daß „von den fünf europäischen Kraftwerken mit den höchsten CO2 - Emissionen ganze vier Kraftwerke in Deutschland“ stünden, was das CGD ebenfalls angibt.

Deutschland seit 2011 mit steigenden Emissionswerten innerhalb der EU

Allein die deutschen Kraftwerke für Braunkohleverstromung nahmen 2014 laut Angaben der europäischen Statistikagentur Eurostat bereits knapp 13 Prozent der gesamten EU-weiten Kohlendioxidemissionen ein! Gleichzeitig wurden nach Auskunft der Bundesnetznetzagentur (BNEtzA) in Bonn im Jahre 2014 insgesamt 3,5 Prozent weniger Strom im Vergleich zum Vorjahr verbraucht. Ja, insgesamt sanken die Emissionswerte konventioneller Kraftwerke innerhalb der EU von 2011 bis 2014 laut Eurostat um durchschnittlich 12 Prozent - während sie in Deutschland im gleichen Zeitraum vergleichsweise rasant anstiegen. Diese Entwicklung stellt nicht nur hinsichtlich der UN - Konferenz von Paris, sondern auch innerhalb der EU und besonders im Land der Energiewende einen klaren Anachronismus dar. Die Klimaziele des Bundes sind, das kann so prognostiziert werden, sehr gefährdet.

Aber nicht ausschließlich technische, sondern auch ökonomische Faktoren im konventionellen Kraftwerksbetrieb bremse dieKlimaziele des Bundes. Die ehemals großen vier Energieversorger E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW befinden sich unter enormen Druck. Die Zeiten fast automatisierten Gewinns per Nuklearenergie sind vorbei. Die Aktionäre zogen sich zurück. Der Konzernumbau kostet, ja zerteilt die ehedem mächtigen Konzerne. E.ON war einmal das kapitalstärkste deutsche Unternehmen im DAX. Vorbei. Das Unternehmen ist de facto segmentiert. Und wir reden hier vom ehemals teuersten deutschen Konzern hin zum aktuellen „Ferner liefen“ von einem Zeitraum von weniger als fünf (!) Jahren.

Doch E.ON hat, ähnlich, aber anders als EnBW, etwas früher die Reißleine gezogen und sortiert sich neu. Vattenfall und RWE dagegen betreiben die unlukrativen Kohlekraftwerke ( wobei gerade RWE aufgrund kommunaler Verpflichtungen und Vernetzungen selbst bei bestem Willen kaum aus dem Geschäft heraus kommt) und halten sich den lästigen Rückbau der AKW so gut es geht, finanziell vom Hals. Das Verursacherprinzip hängt den Energieversorgern dabei wie ein Joch um denselben. Ergo wird, so gut es eben geht,Kohle mit der Kohle verdient: Alleine drei der vier emissionsintensiven Braunkohlekraftwerke hierzulande werden von RWE, eines von Vattenfall betrieben.

Der Emissions - Zertifikatehandel favorisiert logischerweise eher die moderneren Steinkohle- und Gaskraftwerke, als die emissionsintensiven Braunkohleungetüme. Der Plan des BMWi, eine Strafabgabe für alte, unmodernisierte Kraftwerke fossiler Energieträger, insbesondere Braunkohle zu verlange, dürfte vor allem bei RWE für allerhand Kopfschmerzen sorgen. Insgesamt ist das gesamte, ehemals gewinnbringende Kraftwerksgeschäft „völlig unrentabel“ geworden, was unisono alle vier großen Energieversorger erklären. Die unternehmerische Konsequenz lautet daher für alle Akteure: „Raus aus dem Kraftwerksgeschäft“. Und damit sind wir nach dem umwelttechnischen Faktor nun beim zweiten, dem ökonomischen Faktor bei der Gefährdung derKlimaziele gelandet: